Von Saint Tropez bis zu den Jungferninseln: Viele Sehnsuchtsorte liegen direkt am Meer. Glück hat, wer mit dem Boot unterwegs ist – dann wird schon die Ankunft zum Ereignis
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Wo die schönen Boote liegen

Von Saint Tropez bis zu den Jungferninseln: Viele Sehnsuchtsorte liegen direkt am Meer. Glück hat, wer mit dem Boot unterwegs ist – dann wird schon die Ankunft zum Ereignis

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Im besten Fall verläuft die Anlandung wie ein perfekt inszenierter Film. Schon die Einfahrt in den Hafen wird zum Spektakel, vorbei an malerischen Buchten und ankernden Superjachten. Im Idealfall ist auch der Hafen selbst eine Attraktion – ruhig gelegen und luxuriös ausgestattet. Der Landgang schließlich führt in pittoreske Fischerdörfchen oder mondäne Küstenstädte. Wir zeigen sechs der exklusivsten Jachthäfen der Welt

Yacht Haven Grande, St. Thomas

Korallenriffe und dänische Kolonialhäuser

Ihre vielen versteckten Buchten machten die Insel St. Thomas einst zum idealen Rückzugsort für Piraten in der Karibik. Heute genießen Reisende aus aller Welt die abgeschiedenen Strände, sie schnorcheln im klaren Wasser oder machen einen Tauchgang zu den Korallenriffen rund um die Amerikanischen Jungferninseln.

Es gibt nur wenige Marinas auf der Welt, die einen Service bieten wie der Yacht Haven Grande. In der Bucht vor der Hauptstadt Charlotte Amalie gelegen, können dort 46 Mega-Jachten mit bis zu 200 Meter Länge anlegen. Neben dem üblichen Catering- und Wäscheservice gibt es einen Floristen, Tennisplätze, Fitnesscenter, Restaurants sowie ein luxuriöses Einkaufszentrum, auch ein Golfplatz ist in unmittelbarer Nähe.

Der Ort Charlotte Amalie ist geprägt von dänischen Kolonialhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert, außerdem befindet sich dort eine der ältesten Synagogen der neuen Welt. Direkt neben dem Jachthafen startet die „Skyride“-Seilbahn, die zum „Paradise Point“ in 210 Meter Höhe fährt. Von dort kann man einen grandiosen Ausblick genießen – und aus den vielen kleinen Inseln der Umgebung eine auswählen, die man als nächste ansteuern möchte.

Port de Saint Tropez

Das Licht der Côte d’Azur

Türkisblaues Wasser, rote Sonnenschirme, pastellfarbene Fischerhäuser – das besondere Licht von Saint Tropez, intensiv und weich zugleich, verleiht den Farben eine besondere Leuchtkraft. Im 19. Jahrhundert kamen deshalb viele Künstler in das Fischerdorf an der Côte d'Azur. Paul Signac, Henri Matisse und Pierre Bonnard schufen hier hinreißende Werke, einige davon sind heute im Musée de l'Annonciade gleich am Hafen zu betrachten.

Spätestens seit den 1950er-Jahren zieht es auch die High Society hierher. Die Boote der Luxuskategorie ankern östlich im alten Stadthafen von Saint Tropez. Hier liegt auch die „Pampelonne“, der weiße Sandstrand mit seinen berühmten Beachclubs, darunter der legendäre Club 55, wo schon Romy Schneider, Alain Delon, Brigitte Bardot und Herbert von Karajan feierten.

Ibiza Magna

Jung, schön und trendy

Wer in Ibiza Magna anlegt, sollte ausgehfreudig sein. Denn die steilen Treppengassen von Dalt Vila, dem Herz von Ibiza-Stadt direkt am Hafen, wirken nur tagsüber leicht verschlafen. Nach Sonnenuntergang erwacht die Altstadt mit Weltkulturerbe-Status zum Leben – in voller Lautstärke. Dann wummern Beats und Bässe aus den Nachtclubs über die Bucht hinweg, feiernde Menschen entern die Gassen der Altstadt. Nur wenige Schritte sind es vom Jachthafen zum Kasino und zum berüchtigten Nachtclub Pacha, in dem die stilprägenden DJs der Dance-Szene auflegen. 85 Jachten mit bis zu 60 Meter Länge finden in Ibiza Magna Platz, größere Boote ankern außerhalb des Haupthafens – so wie Roman Abramowitschs 162 Meter messende Eclipse, die dort regelmäßig gesichtet wird.

Portofino

Im exklusivsten Fischerdorf der Welt

Der Naturhafen von Portofino versteckt sich in einer Bucht der gleichnamigen Halbinsel am Golf von Tigullio. Das Dörfchen erhebt sich halbkreisförmig darüber, sanft gebettet in die grünen Hügel der ligurischen Küste. In Senfgelb, Umbra und Lindgrün leuchten die schmalen Fischerhäuschen um die Wette, hier gibt es keine Hotelbunker und keinen Durchgangsverkehr. Die Szenerie ist so malerisch, so perfekt, dass die Anekdote, exakt hier habe Richard Burton um die Hand von Elizabeth Taylor angehalten, einfach stimmen muss.

In den Bars von Portofino trinken die Einheimischen ihren Espresso an der Seite von Filmstars, Industriellen und führenden Politikern Italiens. Zwar mussten viele alte Geschäfte und Werkstätten in den vergangenen Jahren Platz machen für schicke Designer-Boutiquen, doch die schmalen Gassen Portofinos konnten sich ihren Charme bewahren.

Im Hafen können nur 14 Jachten und zwei Megajachten anlegen – wer berühmt ist, weiß diese exklusive Atmosphäre zu schätzen. Nur eine Bucht weiter, in San Fruttuose, kann man im kristallklaren Wasser nach einer Christusstatue in 15 Meter Tiefe tauchen oder mit den Delfinen schwimmen, die hier regelmäßig gesichtet werden. Daher stammt auch der Name des Hafens. Portofino kommt vom lateinischen Portus Delphini – Delfinhafen.

Porto Cervo, Sardinien

Gelassener Glamour

Der modernste Jachthafen Europas ist zugleich auch einer der schönsten. Die Costa Smeralda mit ihrem smaragdgrünen Meer und den weichen, schneeweißen Sandstränden inspirierte Prinz Karim Aga Khan Anfang der 1960er-Jahre, hier einen Urlaubsort für wohlhabende Feriengäste zu errichten. Mit Designer-Boutiquen, luxuriösen Hotels und dem traumhaft gelegenen Jachthafen avancierte Porto Cervo schnell zum Treffpunkt des internationalen Jetsets. Hier, in der natürlichen Bucht, deren Form an ein Hirschgeweih erinnert – cervo heißt Hirsch – ist es ruhiger als an der Côte d'Azur, es herrscht eine Mischung aus Glamour und Gelassenheit, die man so wohl nur in Italien findet. Die dreistöckige Force Blue von Flavio Briatore liegt regelmäßig hier, ebenso die 110 Meter lange Dilbar des russischen Milliardärs Alischer Usmanow. Nachts besuchen die Besitzer der Superjachten gerne einen der berühmten Nachtclubs – oder sie genießen den Blick aufs Wasser, wo sich die Lichter Porto Cervos spiegeln.

Marina Grande, Capri

Zuflucht für die Schönen und Mächtigen

Schon Tiberius wusste, wie gut es sich auf Capri lebt. Der römische Kaiser ließ auf einem steilen Felsen die Villa Jovis errichten und verbrachte ab 27 n. Chr. darin seine letzten Lebensjahre – angeblich, um fern von Rom ungestört seinen Lüsten frönen zu können. Die Schönheit der Kalksteininsel dürfte allerdings auch eine Rolle gespielt haben.

Noch heute ist Capri lediglich per Helikopter und Boot erreichbar. Auf diesem Wege lässt sich die Insel auch gut erkunden: Im Naturhafen Marina Grande ankert die Jacht windgeschützt und mit Blick auf die farbenfrohen Fischerhäuschen, die sich die steilen Hänge hinaufziehen. Bei einer Rundfahrt um die Insel kann man die berühmten Höhlen und Grotten entdecken, archäologische Spuren aus Tiberius’ Zeiten sichten und die immergrünen Wein- und Obstterrassen Capris bewundern. Rainer Maria Rilke reiste oft hierher, um in der spektakulären Landschaft seine geplagte Dichterseele zu kurieren; in den 1950er-Jahren kamen dann Clark Gable, Sofia Loren und Jackie Kennedy mit ihren eleganten Jachten in den Golf von Neapel. Marina Grande wurde damals zu einem der berühmtesten Häfen der Welt, und mit der Rising Sun, der Pelorus und anderen Superjachten, die hier regelmäßig den Anker setzen, wird Capri dieser Tradition auch heute noch gerecht.

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