Marrakesch

Orientalische Verführung

Marrakesch ist ein Fest für die Sinne – betörend, geheimnisvoll und inspirierend. Sechs Orte, an denen man sich dieser herrlichen Stadt ganz hingeben kann

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Die „Perle des Südens“, wie Marrakesch auch genannt wird, verbindet Tradition und Gegenwart auf schillernde Weise. Jahrhundertealte Architektur, arabisches Design und Kunsthandwerk, westliche Lebenskultur und moderner Luxus bilden eine einzigartige Melange.

Die ehemalige Königsstadt ist auch für ihre Parks und Gärten berühmt: Palmen, Orangen- und Olivenbäume gedeihen prächtig bei mehr als acht Sonnenstunden pro Tag. Egal wo man gerade unterwegs ist, ob in der Medina oder vor den Toren der Stadt – einladende Oasen finden sich fast überall.

„Marrakesch ist keine Stadt, es ist ein unabhängiger Planet“, schreibt der niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom, „am besten taucht man einfach ein.“ Diese Auswahl soll es Ihnen noch ein wenig leichter machen.

Riad Kaiss, Boutique Hotel, Marrakesch, Lufthansa PrivateJet

Riad Kaïss

Wohnen wie zu Sultans Zeiten

Das elegante Boutique-Hotel bietet modernen Komfort in historischer Kulisse

Ein Minister des Sultans ließ das errichten und brachte in einem der Gebäude seinen Harem unter. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie die dazugehörigen Damen durch die begrünten Innenhöfe schlenderten, wo heute noch Springbrunnen plätschern und Vögel zwitschern. Das geräuschvolle Treiben in den Gassen der Medina ist hier ausgeblendet. Beim Umbau der Stadtvillen zum eleganten Boutique-Hotel wurden im Keller ein unterirdischer Gang entdeckt, der zum nahe gelegenen Bahia-Palast führt, berichtet Hotelmanager Eben Lenderking, ein Amerikaner in Marrakesch: „Die geheimnisvolle und magische Welt der Riads ist hier noch zu spüren.“

Das Riad Kaïss gehörte 2000 zu den ersten Hotels, die in historischen Privatpalästen der Altstadt eröffneten. In den insgesamt neun Zimmern und Suiten wird die Wohnkultur vergangener Zeiten lebendig. Dabei trifft erlesenes arabisches Design – kunstvolle Wand- und Bodenmosaike, geschnitzte Säulen, schimmernde Kalkputzwände – auf modernen Komfort: Von dem neuen Spa und dem Swimmingpool auf der Dachterrasse wären bestimmt auch die Haremsdamen begeistert gewesen.

riadkaiss.com

Golf, Marrakesch, Lufthansa, PrivateJet

Royal Golfclub

Putten unter Palmen

Wie der König unter Marrakeschs Golfplätzen die französische Filmdiva Brigitte Bardot ehrt

Seit über 80 Jahren wird auf dem etwas außerhalb der Stadt gelegenen „Parcours der Legenden“ Golf gespielt. Staatsgäste wie Winston Churchill und Dwight D. Eisenhower schwangen hier bereits den Schläger. Angesichts der landschaftlichen Kulisse muss jeder Golfplatz-Designer unwillkürlich vor Neid erblassen: Alter Baumbestand – aus Dattelpalmen, Eukalyptus, Granatapfel- und Feigenbäumen – rahmt die Fairways und Grüns ein; am Horizont sind die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas zu sehen.

Der verstorbene marokkanische König Hassan II. war ein großer Fan und Förderer des Golfsports, sein Sohn Mohammed VI. setzt diese Tradition fort. Insgesamt punktet der 27 Loch umfassende royale Platz weniger durch besondere Hindernisse als durch geschwungene Bahnen, die dem Spieler äußerste Präzision abverlangen. Das 15. Loch hat wegen seiner extravaganten Kurven einen Spitznamen, der noch aus den Sechzigerjahren stammt: „Brigitte Bardot“.

royalgolfmarrakech.com

Beldi Country Club, Marrakesch, Lufthansa, PrivateJet

Beldi Country Club

Schönheit vom Lande

Das idyllische Anwesen entführt in eine eigene Welt

2005 kaufte Jean-Dominique Leymarie sechs Hektar Land vor den Toren Marrakeschs. Sein Plan war es, dort eine kleine Farm anzulegen. Doch es kam anders. Denn nachdem er dort die Hochzeit seiner Tochter ausgerichtet hatte, wurde der Franzose mit Anfragen überhäuft, ob man bei ihm logieren könnte. Die traumhafte Atmosphäre des Anwesens hatte sich schnell herumgesprochen.

„Beldi“ ist das arabische Wort für traditionell. Stilvoller Ethno-Schick prägt die auf dem weitläufigen Gelände errichteten Pavillons, die bis ins kleinste Detail von den Leymaries selbst entworfen und exklusiv ausgestattet wurden: Tischwäsche, Tongeschirr und Gläser stammen aus der hauseigenen Manufaktur. Ein idyllischer Ort zum Relaxen, mit insgesamt 29 Apartments, großem Spa und Tennisplatz, zwei Swimmingpools und einem kleinen Kino. Der Service im Beldi Club ist fantastisch – die einzige Gefahr für seine Gäste: Man vergisst womöglich, sich auch Marrakesch anzuschauen.

beldicountryclub.com

Dar Yacout, Marrakesch, Lufthansa, PrivateJet

Dar Yacout

Geschmortes Lamm und Mandelcreme

Das Restaurant in der Medina serviert marokkanische Küche vom Feinsten

Das abendliche Menü im „Dar Yacout“ ist wie ein kulinarischer Spaziergang durch die hohe marokkanische Kochkunst. Eher noch eine ausgedehnte Wanderung, denn unter vier Gängen kommt man hier nicht wieder weg. Schmortopfgerichte – die Tajines –, intensive Gewürzmischungen und nach Mandeln und Rosenwasser duftende Süßspeisen sind für europäische Gaumen eine echte Entdeckung. Das beginnt im Dar Yacout natürlich schon bei der Vorspeisentafel, die sich, wie fast stets im Orients, als Vielzahl köstlicher Varianten präsentiert.

Abwechslungsreich ist auch das Ambiente. Auf der Terrasse des Patios ist es lauschig, im Separee sitzt man ungestört, und im großen Salon herrscht jeden Abend beinahe festliche Stimmung. Dafür sorgen die Musiker, die mit Trommeln und Gitarren traditionelle Gnawa-Musik spielen. Die Karte bietet eine Auswahl exzellenter marokkanischer Weine. Und spätestens nach dem Essen empfiehlt sich ein Abstecher auf die Dachterrasse, von der aus man einen grandiosen Ausblick über die abendlich belebte Medina hat.

daryacout.com

Jardin Marjorelle, Marrakesch, Lufthansa, PrivateJet

Jardin Marjorelle

Garten der Träume

Yves Saint Laurent rettete den kunstvoll angelegten Park vor dem Verfall

„Ich habe oft von diesen Farben geträumt“, sagte der französische Modeschöpfer Yves Saint Laurent über den botanischen Park. „Diese Farben“ – das sind vor allem sämtliche Schattierungen von Grün und das leuchtende Kobaltblau, in dem der französische Maler und Pflanzensammler Jacques Majorelle die Wände seines Atelier- und Wohnhauses tünchte. In den 1920er-Jahren legte der kreative Weltenbummler den Garten im Neustadtviertel Guéliz an.

Saint Laurent, der bereits ein Haus in der Medina besaß, erwarb den verwilderten Garten 1980 und ließ ihn wieder herrichten. Bis zu seinem Tod 2008 diente er ihm als Ort des Rückzugs und der Inspiration. 20 Gärtner kümmern sich um diese Oase mitten in der Stadt mit ihren insgesamt rund 300 Pflanzengattungen – darunter Kakteen, Seerosen und Farne. Teiche, Bassins und Brunnen sorgen für erfrischende Abkühlung, wenn die Sonne hoch über den von Bambus gesäumten Wegen steht. Am schönsten ist es hier am Morgen, gleich nachdem der Park um acht Uhr seine Pforten öffnet.

jardinmajorelle.com

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