Dubai – kleines Emirat mit großer Anziehungskraft. Nirgendwo sonst legten so viele Flugpassagiere 2014 einen Zwischenstopp auf dem Weg in ein anderes Land ein. Wir haben sechs Tipps für den perfekten Stopover.
Stopover-Guide Dubai

Die Stadt der Superlative

Reisende, die einen Aufenthalt in Dubai haben, sollten auf keinen Fall am Flughafen oder im Hotel ausharren. Schon wenige Stunden oder ein halber Tag reichen aus, um ein bisschen Wüstenluft zu schnuppern oder einen Blick auf den Größenwahn der Mega-Malls zu werfen. Wir haben sechs Tipps für den perfekten Stopover.

Sandra Winkler

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Seit Jahren sammelt Dubai einen Rekord nach dem anderen. Das höchste Gebäude, das höchste Hotel, die größte Skihalle und den größten Springbrunnen der Welt kann das Emirat (unter anderem) bereits für sich verbuchen. 2014 kam ein weiterer Superlativ hinzu: Nirgendwo sonst legten so viele Flugpassagiere einen Zwischenstopp auf dem Weg in ein anderes Land ein. Das kleine Emirat am Persischen Golf liegt verkehrsgünstig zwischen Europa, Asien, Afrika und dem Nahen Osten. So hat Dubai International Airport erstmal London-Heathrow als bedeutendsten internationalen Flughafen abgelöst.

Wüstentour

(6 Stunden)

Zwischen all den Wolkenkratzern aus Glas und Stahl erinnert zwar nicht mehr viel daran – aber Dubai City wurde einst auf Sand gebaut. Wer einen Ausflug zu den Ursprüngen des Emirats machen möchte, muss nicht weit fahren: Nach nur einer Stunde auf dem Highway ist man schon dort, wo sich goldener und roter Sand zu Dünen auftürmt und gelegentlich noch ein Kameltreiber mit seiner Herde am Wegesrand zu sehen ist.

Mit einem Jeep, Quad oder Buggy über diese Dünen zu brettern ist besser als jede Achterbahnfahrt. Das Gefährt kämpft sich mit heulendem Motor die gut 20 Meter den Sandberg hinauf, oben angekommen, kippt es und schlingert wieder nach unten. Hinauf werden die Passagiere in die Sitze gedrückt, hinab ordentlich hin- und hergeschleudert. Ein herrlicher Spaß.

Eine Fahrt über die Dünen ist fester Bestandteil der meisten Wüstentouren. Aber Achtung! Man kann dabei leicht die Zeit vergessen. Die Anbieter locken anschließend mit Falkenshow, Kamelreiten, Bauchtanz, Shisha, Hennamalerei …

Arabian-adventures.com

platinum-heritage.com

VIP-Zelt im Wasserpark Aquaventure

(5 Stunden)

Dubais Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum hat eine Vision: Er möchte aus seinem kleinen Emirat das aufregendste Reiseziel der Welt machen. Alles hier soll größer und spektakulärer sein als anderswo.

Der Wasserpark „Aquaventure“ zum Beispiel. Eine einzigartige Wasserrutsche, das Herzstück der Anlage, lässt den Badegast in eine Röhre schlittern, die durch ein Haifischbecken führt. An einem Seil befestigt kann er dann über den Park rauschen – oder bei der Attraktion „Poseidon’s Revenge“ den Boden unter den Füßen verlieren, wenn sich unter ihm plötzlich eine Klappe öffnet und er quasi haltlos in die Tiefe stürzt. Entspannter geht es im „Lazy River“ zu: Auf Schwimmreifen treibt man verschlafen einen drei Kilometer langen Wasserlauf entlang, vorbei an künstlichen Lagunen mit künstlicher Brandung – bis die eingebauten Wildwasserschnellen einen plötzlich wieder wachrütteln.

Genug geplanscht? In den Zelten des VIP-Bereichs lässt sich herrlich entspannen: Es warten Luxus-Liegen, große flauschige Handtücher und ein Obstkorb, dessen Früchte vor dem Servieren auf Eis lagen. Wer will, kann vor dem Abflug noch kurz die Seelöwen kraulen.

atlantisthepalm.com/marine-water-park/aquaventure-waterpark

Einkaufen in der Dubai Mall

(4 Stunden)

In den Monaten zwischen Mai und September, wenn das Thermometer in Dubai 40 Grad erreicht, fliehen die Menschen in den Pool, ins klimatisierte Auto – oder in eine der vielen Shopping-Malls der Stadt. Die Einheimischen sind stolz auf die mehr als 70 Einkaufsoasen in Dubai. Denn sie vereinen alles, worauf man im Emirat Wert legt: Internationalität, elegante Atmosphäre, großzügige Architektur sowie Sauberkeit und Sicherheit.

Zu den größten und schönsten der Welt gehört die Dubai Mall. Hier findet man nicht nur alle großen Modemarken wie Gucci, Versace, Louis Vuitton, 1200 kleine und große Shops sowie rund 200 Ess-Stationen. Es gibt auch einen Indoor-Vergnügungspark mit Rollercoaster, A-380-Flugsimulator, ein acht Meter hohes Dinosaurierskelett und eine Eisbahn für einige Schlittschuh-Runden zwischendurch.

Oberhalb der Mall türmt sich das höchste Gebäude der Welt auf, Burj Khalifa. Und wer nach Sonnenuntergang vor das Gebäude tritt, kann das weltgrößte Wasserspiel erleben, die „Dubai Fountain“ – ein 275 Meter langer Springbrunnen, der seine Fontänen zu arabischem Pop bis zu 150 Meter in die Höhe spuckt. Man kann sogar sein Wunschlied einspielen lassen, zwei Monate dauert es, bis die Wasser-Choreographie für das Lied fertig ist. Das perfekte Setting für einen Heiratsantrag.

thedubaimall.com

Die Altstadt von Dubai

(3 Stunden)

Dubai steht für Größenwahn, für spektakuläre Bauprojekte und haltlosen Luxus. Doch das ist nur eine Seite der Stadt, nämlich jene, die durch den Ölfund in den 1960er Jahren entstanden ist. Das andere Gesicht der Stadt, der ursprüngliche Teil Dubais, liegt nordöstlich vom heutigen Downtown, wo sich der Dubai Creek vom Meer ins Landesinnere schlängelt und die beiden ältesten Stadtviertel, Bur Dubai und Deira, voneinander trennt. Sehenswert in Bur Dubai ist das Dubai Museum. Es befindet sich in einem ehemaligen Fort und gibt einen Überblick über die Geschichte der Stadt.

Um nach Deira zu gelangen, muss man den Creek überqueren – am besten mit einer Abra. Die kleinen tuckernden Fährkähne sind in der Regel bis auf den letzten Platz mit Einheimischen besetzt. Die Überfahrt kostet einen Dirham, also etwa 20 Cent.

In Deira sind vor allem zwei Souks sehenswert: In den engen und gedeckten Gassen des „Spice Souk“ duftet es nach Gewürzen wie Weihrauch, Safran, Kardamom, Zimt, die dort aus offenen Säcken verkauft werden. Auf dem „Gold Souk“ bieten die Händler pures Gold in riesigen Mengen an. Da Fälschungen ausgeschlossen sind (die Regierung wacht über die Qualität), kann man hier tatsächlich ein Schnäppchen machen – wenn man eine goldene Souk-Regel nicht vergisst: Feilschen ist Pflicht!

Souk-Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 10 bis 13 Uhr und 16 bis 22 Uhr, Freitag nur 16 bis 22 Uhr geöffnet.

Burj Khalifa

(2 Stunden)

In 55 Sekunden rauscht der Fahrstuhl bis zum 124. Stockwerk. Der Burj Khalifa ist mit 828 Metern ist das höchste Bauwerk der Welt: das Empire State Building, Taipei 101, CN Tower – sie alle hat dieser spektakuläre Turm hinter sich gelassen. Der Blick von der Aussichtsplattform reicht auf der einen Seite bis zum hellblauen Meer mit den künstlichen Insellandschaften The Palm und The World, auf der anderen ragen goldglänzende Wolkenkratzer in die Höhe. Von hier oben erst begreift man so ganz die Insellage der Stadt. Dubai ist eine Oase, umgeben von Einöde und Wüstensand.

Wer in aller Ruhe ganz nach oben will, bucht ein VIP-Ticket. Dann steht man nicht mit den Besucher-Massen in der Warteschlange, sondern sitzt in einer Empfangslounge bei Datteln und Tee, bevor es in kleinen Gruppen zunächst in den 125. Stock geht – und dann noch höher hinaus, bis in die 148. Etage. Noch befindet sich hier die höchste Aussichtsplattform der Welt. Doch schon in wenigen Jahren geht zumindest dieser Superlativ an Saudi-Arabien: der Kingdom Tower in Dschidda wird dann eine Höhe von 1000 Meter haben.

Es empfiehlt sich, Tickets rechtzeitig online zu buchen: burjkhalifa.ae

Lunch in einem der 17 Restaurants im Hotel Atlantis

(1 Stunde)

Was es nicht gibt in Dubai, wird kopiert oder importiert. Ein echtes Dinosaurierskelett aus Amerika zum Beispiel als Attraktion für eine Shopping-Mall. Das legendäre britische Kreuzfahrtschiff Queen Elizabeth 2 wird gerade in ein Hotel mit Einkaufszentrum und Museum verwandelt. Und selbst der Winter soll bald über das Emirat hereinbrechen – mit Hilfe von Klimaanlagen im Freien will man es auf der künstlichen Inselwelt „The World“ schneien lassen.

Auch auf kulinarische Attraktionen aus aller Welt muss man in Dubai nicht verzichte. Einige Chefs haben bereits Ableger ihrer Spitzenrestaurants hier eröffnet, gleich mehrere unter dem Dach des Hotel Atlantis, das an der Spitze der künstlichen Insel Palm Jumeirah thront.

Eines von ihnen ist das Ossiano, das erste Restaurant des verstorbenen spanischen Drei-Sterne-Kochs Santi Santamaria, das er außerhalb Europas eröffnete. Köstliche Fischgerichte und Meeresfrüchte schimmern im Schein des bläulich schimmernden Aquariums, das sich durch den ganzen Hotelkomplex zieht.

Wenige Schritte entfernt, in der Dependance des New Yorker Restaurants Nobu (Mitinhaber: Robert de Niro), gibt es moderne japanische Gourmet-Küche von Sushi-Meister Nobu Matsuhisa. Und im Rostang des französischen Chefs Michel Rostang genießt man Brasserie-Spezialitäten, wie sie auch auf der Karte seines Pariser Sternerestaurants stehen.

Insgesamt 17 Restaurants und Bars hat das Atlantis zu bieten. Wer es leger mag, kann sich im Seafire ein handfestes australisches Steak grillen lassen, ein simples Pastagericht im Ronda Locatelli bestellen oder – mal ganz landestypisch – Falafel und Schawarma im Shawafel geniessen.

atlantisthepalm.com

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